© 2000-2012 J.Hieronimus Wie aus Tismer Hieronimus wurde und aus dem “Alten August” das Restaurant - Zum Großen Stein Als Karl Tismer, Fleischermeister aus Krossen, ( jetzt Polen) aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, fand er seine Familie in Neuendorf wieder. Seine Heimat und Metzgerei fiel der Ostgrenzverschiebung zum Opfer. Der ehemalige Pächter des “ Alten August “ in Neuendorf ( August Veitner ) war aus Angst vor den russischen Besatzern, zu Beginn des Jahres 1945 in westliche Regionen geflüchtet. Karl Tismer zögerte nicht lange und bemühte sich um das Grundstück mit Gaststätte. Am 06.12.1945 stellte er beim Landrat des Kreises Angermünde den Antrag zur Eröffnung der Wirtschaft. Am 22.02.1946 erhielt er zunächst jedoch nur eine Gewerbegenehmigung für den Vertrieb von Kolonial- und Fleischwaren, was seinem Meisterbrief entsprach. Seine Frau Berta beantragte am 01.04.1947 die Genehmigung zur Betreibung einer Gastwirtschaft. Dem Antrag wurde am 17.05.1947 behördlich stattgegeben, sie konnte nachweisen, dass sie als Kind bereits in einem Gasthof arbeitete und somit fachlich geeignet waren. Gäste gab es nicht viel, so bestellte man, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, noch gute 2 ha Ackerfläche, welche im Zuge der Bodenreform zu erhalten war. Die Zuteilung von Lebensmitteln im Ort, wie Butter, Milch, Brot und auch Zigaretten auf Marken, übernahmen die Tismers ebenfalls. Karl Tismer verstarb 1951. Die Ehefrau Berta, Tochter Hannchen und Ehemann Herbert Hieronimus betrieben nun die Gastwirtschaft. Übrigens, dessen Großvater, Wilhelm Hieronimus, war herrschaftlicher Brennermeister in der Neuendorfer Gutshof- Schnapsbrennerei. Der von weit her sichtbare Brennereischornstein von Neuendorf ist heute noch erhalten. Das Rezept zur Herstellung des Neuendorfer Gutstropfens oder des Kornbrandes ist aber verschwunden. Ein gastronomisches Erfolgsrezept sollte jedoch die Liaison der Fleischerstochter Hannchen Hieronimus und dem Enkel eines Schnapsbrenners werden. Ab 1972 zwang die DDR-Führung die Privatbetriebe zu einer staatlichen Beteiligung. Man musste mit einer Großhandelsgesellschaft (Konsum) zusammenarbeiten. Diese stellte die Ware in Kommission zur Verfügung. Staatlich vorgeschriebene Preise  ( z.B. ein Pils 0,51 Pfennig ) sorgten für Gleichheit von der Ostsee  bis zum Mittelgebirge. Da im Ort kein vergleichbar großer Raum existierte, diente der Gastraum wöchentlich der Kinovorführung, gelegentlich wurde auch Theater dargeboten. 1974 übergab Berta Tismer die Wirtschaft an ihren Schwiegersohn Herbert Hieronimus. Seine Idee war es, den gewaltigen Findling in der Nähe , „den Großen Stein“ , als Namenspatron für die Gaststätte zu wählen. Der guten Küche war es zu verdanken, dass es dem Haus nie an Gästen mangelte. 1986 verstarb Herbert Hieronimus. Von nun an bewirtschaftete Hannchen Hieronimus und Sohn Jörg das Gasthaus. Mit 63 Jahren übergab sie dann am 01.01.1992 das Geschäft an ihren Sohn Jörg und dessen Frau Daniela. Die Reprivatisierung wurde nach dem Sturz des DDR-Regimes wieder möglich. Von 1992-1995 wurden die Küchenkapazität, der Gastraum und der Sanitärbereich vergrößert. 2006 erfolgte eine erneute Vergrößerung des Küchenbereiches um der steigenden Nachfrage für Cateringveranstaltungen gerecht zu werden. Seit dem kann sich jeder Gast die Speisen unseres Hauses am Ort seiner Wahl schmecken lassen.